Um die passende Beleuchtung für den geplanten Grow zu finden benötigt man meist ein wenig mehr Zeit als bei der Wahl der Erde oder der Töpfe. Die Recherchen sind umfangreich bei der doch recht großen Auswahl von Grow Lights im Netz und im Einzelhandel. Von günstig bis extrem teuer, vom Energiesparer bis hin zum Stromfresser ist auf dem Markt alles erhältlich. Hinzu kommt außerdem, dass sich die Meinungen darüber welches Licht am besten für die Pflanzenzüchtung geeignet ist, extrem auseinander gehen und dieses Thema seit einigen Jahren im Netz immer wieder heiß diskutiert wird. So mancher Grower schwört auf die bewährte, aber Strom verschlingende HPS-Lampe während gleichzeitig immer mehr Züchter auf energiesparende LED-Leuchten umrüsten und damit fantastische Ergebnisse erzielen. Um die Entscheidung zu vereinfachen, haben wir alle wichtigen Fakten über die Growbeleuchtung zusammengetragen.

HPS/NDL v. LED

Zunächst einmal muss entschieden werden, welches Leuchtmittel für den Indoor-Grow eingesetzt werden soll. Wie bereits erwähnt, schwören viele erfahrene Züchter auf die altbewährte HPS-Lampe (high-pressure-sodium) bzw. NDL-Lampe (Natrium-Dampf-Lampe). Die in erster Linie als Straßen bzw. Industriebeleuchtung entwickelte Leuchte eignet sich jedoch in Bezug auf Lichtintensität und Spektrum perfekt für das Kultivieren von Pflanzen und ist zum gängigen Leuchtmittel für den Anbau in Innenräumen geworden. Da es bis vor einigen Jahren keinerlei vergleichbaren Grow Lampen zu finden gab, mussten hohe Stromrechnungen sowie eine kurze Lebensdauer der Glühbirne vom Gärtner somit einfach hingenommen werden.

Bei einem prall gefülltem Geldbeutel scheint dies auch erstmal kein Problem dar zu stellen, vor allem im Verhältnis zur ertragreichen Ernte mit welcher der finanzielle Einsatz entlohnt wird. Ein weitaus schlimmeres Problem jedoch ist die enorme Hitzeproduktion dieser Leuchten in der Growbox. So manchen Grower brachte diese Problematik schon mal heftig ins Schwitzen. Die Temperatur konstant auf 25 Grad zu halten, wird besonders in den Sommermonaten zum Fulltime-Job. Dauerhaft Abhilfe schafft da nur eine Klimaanlage, die allerdings noch jede Menge Strom zusätzlich frisst. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass sich das kleine Rädchen des Stromzählers so geschwind die Runde dreht, das einem beim bloßen Zusehen schwindelig wird. Einzig Die LED Technologie lieferte hierfür eine geeignete Lösung - Ein energieeffizientes, langlebiges Beleuchtungssystem das kaum Wärme produziert. Fast zu schön um wahr zu sein - dachten sich viele. Diesen Anschein haben die LED Leuchten in Ihrer Anfangsphase auch gemacht, wodurch viele Züchter leider bis heute noch skeptisch gegenüber der neuen technischen Errungenschaft stehen. Denn die damals noch recht kostspieligen Lampen, enttäuschten den wagemutigen Gärtner mit unzureichenden Ergebnissen. Doch im Gegensatz zur bereits ausgereiften Technik der HPS/NDL Lampen, haben die LEDs mit Ihrer rasanten Entwicklung gerade mal begonnen. Heute hat sich das Blatt zum Glück komplett gewendet. Gute LED Grow Lights sind lange nicht mehr unbezahlbar und die Leistungsstärke der kleinen Lämpchen hat sich um ein vielfaches potenziert. Double Chip Kern Dioden, COB Chips uvm. bringen eine ungeahnte Power ins Gewächshaus und lassen so manchen HPS-Grow dagegen ziemlich alt aussehen. Die meisten Anfänger entscheiden sich von vornherein für die Vorteile der sparsamen LEDs und werden sicherlich auch nicht mehr auf den kostspieligen Oldtimer umsteigen. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch der letzte, eingefahrene Grower den Umstieg auf die vielversprechende und noch lange nicht an seine Grenzen gelangte Technik wagt und sich vom Mehrwert der LED-Lösung dauerhaft überzeugen lässt. Hier nochmal alle Vor- und Nachteile der beiden Leuchtmittel auf einen Blick.

Vorteile von LED Lampen:

  • geringe Wärmeproduktion
  • Energieeffizient
  • Lange Lebensdauer
  • Kein Vorschaltgerät wird benötigt
  • Keine Überspannungen

Nachteile von LED Lampen:

  • Kleinerer Abstrahlwinkel
  • Höhere Anschaffungskosten

Vorteile von HPS/NDL Lampen:

  • Weiterer Abstrahlwinkel
  • Optimales Spektrum für den Anbau von Pflanzen
  • Zunächst niedrigere Anschaffungskosten


Nachteile von HPS/NDL Lampen:

  • Hohe Stromkosten
  • Lampe muss häufig ersetzt werden (geringe Leuchtdauer)
  • Starke Wärmeproduktion
  • Pflanzenspitzen können leicht "verbrennen"
  • Vorschaltgerät wird benötigt
  • Höhere Brandgefahr
  • Gefahr der Überspannung

Korrekte Nutzung der Grow-Lampe

Ganz gleich für welches Leuchtmittel man sich nun entschieden hat: Einige wichtige Punkte müssen bei Inbetriebnahme und Nutzung der Growlichter unbedingt beachtet werden.

Bitte Abstand halten! Die Lampen sollten nicht zu knapp über die Pflanzenspitzen gehängt werden da diese sonst Verbrennungen erleiden, was sich durch braune, knusprige und gekreuselte Blätter bemerkbar macht.

Hitzewarnung: Die Temperatur im Growraum sollte die 30 Grad Marke (25 Grad wären optimal) auf keinen Fall überschreiten. (Bitte beachtet, dass bei LED Lampen mit passiver Kühlung, also ohne eingebauten Lüfter, ebenfalls eine gewisse Wärmeentwicklung stattfindet. Für die standartmäßige Zu- und Abluft sollte also auch bei einem LED Grow in jedem Fall gesorgt sein).

Eine praktische Wetterstation erleichtert die Überwachung von Luftfeuchte und Temperatur. Nur die Erreichung des kritischen Wertes macht den Gang ins Grow Zelt dann noch nötig um mit Lüftungsmaßnahmen Abhilfe zu schaffen. Hierfür eignen sich folgende Maßnahmen:

  • Mehrere Ventilatoren die für Zu- und Abluft sorgen.
  • Cooltube
  • Wenn möglich Zelt offen lassen und Durchzug herstellen.
  • Lampe höher hängen.
  • Ventilator direkt auf die Lampe richten

Jahreszeitenwechsel

Im Gegensatz zum Outdoor-Grow muss der Jahreszeitenwechsel in den eigenen vier Wänden manuell herbeigeführt werden. Durch die Umstellung der Beleuchtungsdauer von 16 auf 12 h am Tag, wird nach Abschluss der Wachstumsphase die Blütephase der Pflanzen eingeleitet. Der mittels Zeitschaltuhr simulierte Herbst sorgt bei den Grünpflanzen nach ca. einer Woche für die Bildung von Blüten und später dann auch von Harzen und Aromen.

Bei automatischen Pflanzen fällt dieser Vorgang weg, da die Pflanze, wie ihr Name bereits verrät, nach einer bestimmten Zeit (ca. 4-5 Wochen) automatisch in die Blütephase wechselt.

Lumen, Lux und PAR

Als Lumen (LM) bezeichnet man die Einheit zur Messung des Lichtstroms. Je höher der Lumen Wert ist, desto größer ist der für das Auge sichtbare Lichtstrom bei vorhandener Strahlungsleistung. Die Wellenlängen des Tageslichts haben z. B. ein photometrisches Strahlungsäquivalent von etwa 125 lm/W. Die Sonne liegt zwischen knapp 20 lm/W (tiefstehende) und etwa 100 lm/W (im Zenit). Das photometrische Strahlungsäquivalent (lm/W) darf nicht mit der gemessenen Lichtausbeute (lm/w) einer technischen Lichtquelle verwechselt werden.

LUX (lx) nennt sich die Einheit zur Messung der Beleuchtungsstärke. Die Beleuchtungsstärke auf einer beleuchteten Fläche gibt an, welcher Lichtstrom (gemessen in Lumen) auf eine bestimmte Fläche (gemessen in Quadratmetern) fällt.

Der PAR-Wert beschreibt Die photosynthetisch aktive Strahlung. Dies ist der Bereich im Spektrum der Sonnenstrahlung, der von photosynthetisch aktiven Lebewesen genutzt werden kann. Dieser Wert ist der wichtigste Anhaltspunkt um die beste Lampe für das Pflanzenwachstum zu ermitteln.

Das Spektrum macht den Unterschied

Licht ist nicht gleich Licht! Das natürliche Sonnenlicht enthält ein umfangreiches Farbspektrum (rot, blau, grün, IR und UV, warm-weiß und gelb). Je nach Jahres- oder Tageszeit sind mehr oder weniger farbige Anteile im Sonnenlicht enthalten. Dieses Prinzip gilt es bestmöglich zu imitieren, um das volle Potenzial der Pflanze auszuschöpfen. Rotes und Blaues Licht dominiert den aktiven Photosyntheseteil im Sonnenlicht und dient dem Pflanzenwachstum. Produktive Pflanzen jedoch, ob beim Kunstlichtanbau oder in der Natur müssen photorespiriert werden. Das heißt erst wenn Pflanzen durch gelbes intensives Sonnenlicht bestrahlt werden öffnen sich die Stomata auf den Blattoberflächen richtig, so wie es in der Natur vorgesehen ist, um die maximale Photorespiration und PAR Aufnahme zu ermöglichen. Während der photorespiration gehen die Pflanzen in den perfekten natürlichen Vegetations-Modus über und können ein gesundes Wachstum sowie maximale Erträge erzielen. Vor dem Kauf sollte man sich also genauer über das verbaute Spektrum informieren. Meistens findet man eine s. g. Spektrumanalyse (wie links unten abgebildet). Das Spektrum der Lampe kann entweder für das reine Wachstum der Pflanze angelegt sein (6500K), oder aber es handelt sich um ein Vollspektrum (3000k), auch Dualspektrum genannt und kann sowohl während des Wachstumszyklus, als auch für die Blütephase genutzt werden.


zurück zum Grow Guide